feelSafe - Erfahrungsräume
Was geschützte Räume für uns bedeuten
Sicherheit ist wichtig. Gerade in Erfahrungsräumen, in denen Menschen sich begegnen, Berührung erleben, Neues ausprobieren oder sich mit persönlichen Themen zeigen. Gleichzeitig gehört zu unserer traumasensiblen Haltung die Erkenntnis, dass Sicherheit nicht von außen hergestellt werden kann. Kein Mensch kann einem anderen Menschen versprechen, dass er sich sicher fühlen wird. Denn Sicherheit ist kein Merkmal eines Raumes. Sicherheit ist ein individuelles Erleben. Und dieses Erleben wird von jedem Menschen anders wahrgenommen.
Manchmal zeigen sich diese Unterschiede bereits in scheinbar kleinen Dingen.
Während sich die eine Person in einem Raum mit geschlossenen Vorhängen geborgen und geschützt fühlt, wird eine andere Person erst ruhig, wenn Tageslicht hereinfällt und der Blick nach draußen möglich ist.
Manche Menschen möchten die Tür jederzeit im Blick haben. Für sie entsteht Orientierung durch die Gewissheit, den Raum jederzeit verlassen zu können. Andere Menschen entspannen sich erst dann, wenn ihr Blick nicht ständig zur Tür wandert.
Der Raum bleibt derselbe. Das Erleben verändert sich.
Ähnlich verhält es sich mit Berührung.
Eine Berührung, die für einen Menschen beruhigend, unterstützend oder verbindend wirkt, kann für einen anderen Menschen ungewohnt oder herausfordernd sein. Nicht weil etwas falsch gemacht wurde. Sondern weil jeder Mensch seine eigene Geschichte, seine eigenen Erfahrungen und sein eigenes Nervensystem mitbringt.
Auch Worte wirken nicht auf alle Menschen gleich.
Die Frage: „Wie geht es dir gerade?“ kann sich für einen Menschen wie ehrliches Interesse anfühlen. Ein anderer Mensch erlebt dieselbe Frage vielleicht als Aufforderung, etwas sagen zu müssen, obwohl er noch gar keine Worte dafür hat.
Die Worte sind dieselben. Die Wirkung kann unterschiedlich sein.
Deshalb verstehen wir geschützte Räume nicht als Orte, an denen alle Menschen dasselbe erleben.
Geschützte Räume beschreiben für uns die Bedingungen, die wir bewusst gestalten können.
Klare Kommunikation.
Transparente Abläufe.
Orientierung statt Überraschung.
Freiwilligkeit statt Druck.
Wahlmöglichkeiten statt Erwartungen.
Die Freiheit, Ja, Nein oder Noch-nicht zu sagen.
Und die Gewissheit, dass Grenzen respektiert werden.
Diese Bedingungen können wir gestalten. Ob daraus ein Gefühl von Sicherheit entsteht, entscheidet letztlich jeder Mensch selbst.
Gleichzeitig entsteht ein geschützter Raum niemals allein durch die Leitung. Er entsteht auch nicht durch Regeln, Methoden oder Konzepte. Ein Erfahrungsraum wird immer von allen Menschen mitgestaltet, die ihn betreten.
Durch ihre Haltung.
Durch ihre Aufmerksamkeit.
Durch ihren Umgang miteinander.
Durch ihre Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.
Traumasensibilität ist deshalb keine Aufgabe einzelner Personen. Sie ist ein gemeinschaftlicher Prozess.
Was wir bei feelZeit versprechen können, ist unser Bemühen, diese Bedingungen so bewusst wie möglich zu gestalten.
Wir achten auf Klarheit.
Auf Transparenz.
Auf Wahlfreiheit.
Auf Selbstbestimmung.
Auf respektvolle Begegnung.
Und auf die Bereitschaft, hinzuschauen, wenn etwas nicht stimmig wirkt. Denn auch das gehört für uns zu Verantwortung. Nicht alles laufen zu lassen. Sondern aufmerksam zu bleiben.
Für den Raum.
Für die Gruppe.
Und für die Menschen, die ihn gemeinsam gestalten.
Vielleicht lässt sich unsere Haltung in einem Satz zusammenfassen:
Sicherheit ist ein individuelles Erleben.
Geschützte Räume entstehen dort, wo Menschen gemeinsam Verantwortung für Begegnung, Grenzen und Miteinander übernehmen.
