Wer ist Coco?
Mein Leben bestand nie aus einem geraden Weg. Es bestand aus vielen Fäden.
Fernsehen. Kreativität. Berührung. Trauma. Sexualität. Schreiben. Ausbildung. Begegnung. Erst mit der Zeit wurde daraus ein Netz, das heute die feelZeit® Erfahrungsräume trägt.
Nicht als Plan. Sondern als Frage.
Ich bin nicht eines Morgens aufgewacht und wusste: Ich gründe irgendwann feelZeit®. Ich hatte keinen fertigen Plan, keine klare Vision und kein großes Erweckungserlebnis.
Viel eher war da eine Spur. Erst leise. Dann immer deutlicher. Eine Neugier auf Menschen, auf Körper, auf Berührung und auf die Frage, warum wir uns manchmal selbst verlieren, obwohl nach außen alles funktioniert.
Diese Seite erzählt, wie aus einem scheinbar erfolgreichen Leben eine Arbeit entstanden ist, die Menschen wieder näher zu sich selbst führen möchte.
Zuerst erzählte ich Geschichten für andere.
Als ich meine erste Tantra Massage Ausbildung begann, arbeitete ich noch beim Fernsehen. Ich entwickelte Konzepte für Fernsehsender, schrieb Formate, plante dramaturgische Abläufe und produzierte Geschichten für andere Menschen.
Nach außen lief vieles richtig gut. Ich arbeitete für bekannte Fernsehsendungen, bewegte mich in einer Welt, die für viele aufregend klang, und hatte einen Beruf, der kreativ, abwechslungsreich und voller besonderer Begegnungen war.
Ich mochte diese Welt. Die Aufmerksamkeit, die Neugier, die Backstage-Geschichten, dieses Gefühl, an etwas Besonderem beteiligt zu sein. Wenn Menschen hörten, dass ich beim Fernsehen arbeitete, wurden ihre Augen oft größer.
Und genau darin lag auch etwas, das ich lange nicht bemerkte: Viele Gespräche drehten sich um meinen Beruf. Um das, was ich tat. Um das, was andere spannend fanden. Aber immer seltener darum, wie es mir eigentlich ging.
Ich funktionierte. Aber ich spürte mich immer weniger.
Mein Leben war voll. Spannend. Abwechslungsreich. Ich plante, organisierte, produzierte und arbeitete. Ich wusste, welche Termine anstanden, welche Aufgaben erledigt werden mussten und was andere von mir erwarteten.
Was ich viel seltener wusste: wie es mir selbst damit ging.
Es gab keine große Krise, keinen dramatischen Zusammenbruch, keinen Moment, den ich damals als Wendepunkt erkannt hätte. Eher war da ein leises Gefühl. Etwas, das sich nicht laut meldete, aber auch nicht mehr ganz wegging.
Heute würde ich sagen: Ich hatte den Kontakt zu mir selbst verloren, ohne es richtig zu merken. Damals hatte ich dafür noch keine Worte. Ich folgte einfach einer Neugier, die ich selbst nicht erklären konnte, und meldete mich zu meiner ersten Tantra Massage Ausbildung an.
Dort traf ich auf etwas, womit ich nicht gerechnet hatte.
Ich kam in einen Raum mit Menschen, die auf mich offen, mutig und selbstverständlich wirkten. Sie gingen aufeinander zu, fanden Übungspartner:innen und schienen sich in ihren Körpern zuhause zu fühlen.
Ich stand oft daneben. Verglich mich. Zweifelte an mir. Fragte mich, warum mir vieles so schwerfiel, was bei anderen so leicht aussah.
Körperscham war für mich kein theoretisches Thema. Ich kannte sie aus eigener Erfahrung. Und vielleicht war genau das später einer der Gründe, warum ich begann, Berührung nicht nur als Technik zu verstehen, sondern als etwas, das sehr viel mit Sicherheit, Würde und Selbstwahrnehmung zu tun hat.
Coco, wie geht es dir eigentlich?
Am dritten Seminartag lief ich über das Gelände, als ein Mann auf mich zukam. Er stellte sich vor mich, hielt mich in meiner Bewegung an und stellte mir diese Frage.
Es war keine besondere Frage. Und gleichzeitig war es eine der ehrlichsten Fragen, die mir jemals gestellt wurden. Ich spürte sofort, dass er keine schnelle Antwort erwartete. Er wollte wirklich wissen, wie es mir ging.
Für einen Moment konnte ich nicht ausweichen. Nicht freundlich lächeln. Nicht automatisch antworten. Nicht funktionieren.
Und plötzlich wurde mir bewusst: Ich wusste gar nicht, wie es mir ging.
Langsam entstand Vertrauen.
Diese Erkenntnis traf mich nicht laut, sondern tief. Sie veränderte etwas in meiner Wahrnehmung. Ich begann zu begreifen, dass ich zwar vieles leisten, planen und tragen konnte, aber den Kontakt zu meinem eigenen Erleben verloren hatte.
Im Laufe meiner Ausbildung begann sich mein Verhältnis zu meinem Körper zu verändern. Nicht plötzlich. Nicht romantisch. Nicht immer angenehm. Aber ehrlich.
Langsam entstand Vertrauen. Vertrauen in meine Wahrnehmung. Vertrauen in meine Grenzen. Vertrauen in meine Fähigkeit, Nähe zuzulassen und gleichzeitig bei mir zu bleiben.
Diese Erfahrung prägt meine Arbeit bis heute. Ich möchte Räume gestalten, in denen Menschen nicht funktionieren müssen, sondern wieder wahrnehmen dürfen, was in ihnen lebendig ist.
Vom Fernsehen zu den Erfahrungsräumen.
Wenige Tage nach dieser Begegnung wurde mir klar, dass ich meinem bisherigen Weg nicht länger folgen wollte.
Was danach folgte, war keine gerade Karriereleiter. Es war eine Reise durch unterschiedliche Berührungswelten, Erfahrungsräume und Lernfelder.
Von Wellness-Massage über Tantra Massage, Sexualcoaching, Shibari, BDSM, traumasensible Körperarbeit und Kommunikation bis hin zu den vielen Fragen, die Menschen bewegen, wenn es um Nähe, Lust, Scham, Beziehung und Selbstwahrnehmung geht.
wurde ein eigener Weg.
Keine dieser Stationen war zufällig. Jede dieser Welten hat meinen Blick erweitert. Jede hat mir eine andere Sprache für das gegeben, was Menschen bewegt: Körper, Berührung, Beziehung, Sicherheit, Lust, Scham, Grenze und Sehnsucht.
Ich liebe Vielfalt.
Ich glaube nicht, dass Entwicklung nur auf einem einzigen Weg stattfindet. Für mich besteht das Leben aus vielen Erfahrungsräumen. Jeder Raum eröffnet andere Möglichkeiten, sich selbst zu begegnen.
Manche Menschen entdecken sich über Berührung. Andere über Kommunikation. Über Körperarbeit. Über Sexualität. Über Beziehung. Oder über eine Frage, die sie lange begleitet.
Ich sehe diese Welten nicht als getrennte Bereiche. Ich sehe sie als miteinander verbundene Landschaften menschlicher Erfahrung. Genau daraus entstand die Idee der feelZeit® Berührungswelten.
Heute arbeite ich immer noch mit Geschichten.
Geschichten haben mich schon immer fasziniert. Früher erzählte ich Geschichten für das Fernsehen. Heute höre ich den Geschichten von Menschen anders zu.
Statt Fernsehformate zu entwickeln, gestalte ich Erfahrungsräume. Statt Menschen von außen zu beobachten, begleite ich sie in ihren eigenen Prozessen. Und statt Geschichten ausschließlich zu erzählen, schreibe ich sie inzwischen auch auf.
Meine Bücher entstehen aus den Erfahrungen, Beobachtungen und Fragen, die mich seit vielen Jahren begleiten. Sie verbinden Wissen, Praxis und persönliche Entwicklung.
Sie sind keine distanzierten Fachbücher, sondern gewachsene Texte aus Begegnung, Forschung, Körperarbeit und vielen Momenten, in denen Menschen wieder ein Stück näher zu sich selbst gefunden haben.
Die feelZeit® Methode entstand nicht aus einer einzigen Ausbildung.
Die Menschen, die zu mir kommen, bringen sehr unterschiedliche Geschichten mit. Manche möchten ihre Lust neu entdecken, mehr Lebendigkeit spüren oder ihre Beziehung zu Berührung vertiefen.
Andere beschäftigen sich mit Scham, Unsicherheit, Grenzverletzungen oder den Folgen belastender Erfahrungen und suchen einen Weg zurück in eine selbstbestimmte und sichere Beziehung zu ihrem Körper.
Dazwischen liegt eine große Vielfalt menschlicher Erfahrungen. Mich berührt immer wieder, wie unterschiedlich die Wege sind und wie ähnlich oft die Sehnsucht dahinter ist: sich selbst wieder näherzukommen.
Darum habe ich mich über viele Jahre mit Trauma, Nervensystem, Körperwahrnehmung, Beziehungsgestaltung und konsensbasierten Erfahrungsräumen beschäftigt. Die feelZeit® Methode ist aus Praxis, Weiterbildung, Forschung und unzähligen Begegnungen entstanden.
Was ich gelernt habe – und was mich geprägt hat.
Ich nenne es bewusst nicht Lebenslauf und auch nicht Vita. Es sind Stationen. Lernräume. Begegnungen. Umwege. Felder, in denen ich verstanden habe, dass Berührung, Sexualität, Körper, Trauma und Selbstbestimmung nicht getrennt voneinander betrachtet werden können.
Viele dieser Stationen habe ich im In- und Ausland absolviert. Nicht als Sammelleidenschaft für Zertifikate, sondern weil ich verstehen wollte, wie unterschiedlich Menschen Körper, Berührung, Sexualität, Trauma, Nähe, Grenze und Heilung betrachten.
Manches habe ich in Ausbildungen gelernt. Vieles in Fortbildungen. Das meiste aber durch Erfahrung: durch die Begegnung mit so vielen Menschen, durch ihre Fragen, ihre Verletzlichkeit, ihre Sehnsucht nach Selbstbestimmung und ihren Mut, sich dem eigenen Körper wieder zuzuwenden.
Ausbildung zur Wellnessmasseurin an der Internationalen Massageschule, dazu mehrere Tantra-Massage-Ausbildungen und viele Weiterbildungen im In- und Ausland – als Fundament für achtsame, strukturierte, sinnliche und traumasensible Körperberührung.
Ein körperbasierter Zugang zu Sexualität, Lust, Grenzen, Atmung, Berührung, Selbstwahrnehmung und somatischem Lernen. Für mich war diese Station wichtig, weil sie Sexualität nicht als Leistung betrachtet, sondern als Erfahrungsraum für Wahrnehmung, Wahl und Verkörperung.
Körperarbeit als Erfahrungsfeld, in dem nicht nur Muskeln, sondern auch Wahrnehmung, Atmung und innere Haltung angesprochen werden.
Ein wichtiger Zugang zum Nervensystem, zu Stressreaktionen, Schutzmustern und körperlicher Selbstregulation.
Traumasensibles Coaching nach Verena König als weitere Station im Verstehen von Nervensystem, Bindung und innerer Sicherheit.
Fortbildungen und Erfahrungsräume, die Sprache, Körperwahrnehmung, Beziehung und innere Prozesse miteinander verbinden.
Ein Lernfeld rund um Vorstellungskraft, Sprache, innere Bilder, Suggestion und die Verantwortung, die mit Einflussnahme einhergeht.
Seil, Halt, Führung, Vertrauen und Berührung als eigene Sprache zwischen Struktur, Hingabe und Selbstbestimmung.
Ein Blick in Sicherheitsaspekte, Macht, Konsens, Reiz, Grenze, Kommunikation und die Frage, was Menschen wirklich berührt – ohne Schubladendenken.
Mehrere Stationen rund um Trauma, Grenzverletzungen, Nervensystem, Schutzreaktionen und traumasensible Begleitung.
Ich habe nicht nur gelernt, um später Wissen weiterzugeben. Ich habe mir selbst über viele Jahre Anwendungen, Sessions und Begleitung genommen: Somatic Experiencing, Sexological Bodywork, traumatherapeutische Gespräche, Körperarbeit und Tantra Massagen bei sehr unterschiedlichen Menschen.
Gerade bei Tantra Massagen bin ich immer wieder weit gefahren, um verschiedene Stile kennenzulernen. Manche Erfahrungen haben mich tief berührt. Andere haben mir vor allem gezeigt, wie wichtig gute Ausbildung, klare Sprache, Hygiene, Sicherheit und ein wacher Blick für Grenzen sind. Sagen wir so: Nicht jede Forschungsreise endete mit Engelsgesang. Manche eher mit einem sehr entschlossenen inneren Notizzettel.
Über viele Jahre habe ich auch Menschen begleitet, die nach sexuellen Grenzverletzungen Unterstützung gesucht haben und über den Fonds Sexueller Missbrauch gefördert wurden. Diese Begleitung war für mich eine große Verantwortung und zugleich eine tiefe Bestätigung, dass meine Arbeit an der Schnittstelle von Körper, Sexualität, Selbstbestimmung und Trauma gebraucht wird.
Auch heute begleite ich Menschen darin, Sexualität nicht als Funktionieren, Leistung oder Anpassung zu erleben, sondern als etwas, das wieder selbstbestimmt, würdevoll und körperlich stimmig werden darf.
Nach fast jeder Ausbildung sage ich: Jetzt reicht es. Jetzt ruhe ich mich endlich auf dem aus, was ich gelernt habe. Meist hält dieser Vorsatz nicht lange. Denn ich glaube nicht an den einen richtigen Weg. Ich glaube an verschiedene Wege, die sinnvoll sein können – je nachdem, welcher Mensch vor mir steht, welche Geschichte er mitbringt und wohin er wirklich möchte.
Deshalb höre ich nicht auf, weiterzuforschen. Nicht, weil immer noch etwas fehlt. Sondern weil die Menschen, denen ich begegne, vielschichtig sind. Und weil feelZeit® mit jeder Station, jeder Begegnung und jeder neuen Perspektive weitergewachsen ist.
Menschen müssen nicht repariert werden.
Ich glaube, dass Menschen wachsen, wenn sie sich sicher genug fühlen, sich selbst zu begegnen. Ich glaube, dass in jedem Menschen bereits Fähigkeiten, Ressourcen und Möglichkeiten vorhanden sind, die manchmal verschüttet, übersehen oder aus dem Blick geraten sind.
Räume brauchen Rahmen, Sprache und Orientierung. Sicherheit entsteht nicht durch Beliebigkeit.
Entwicklung darf warm, menschlich und humorvoll sein – auch wenn sie tief geht.
Ich halte Räume, vermittle Wissen, stelle Fragen und begleite Menschen zu ihren eigenen Antworten.
Spüren statt funktionieren.
Meine Arbeit beginnt dort, wo Menschen sich selbst wieder zuhören. Mit Klarheit. Mit Herzlichkeit. Mit Humor. Mit Tiefe.
